Werksbilder   Recherchen   Zeitreise   Museum

 
© Copyright Antonios Vassiliadis
 
 
 

5000 v.Chr.    Ägyptische Gelehrte begannen sich mit der Schaffung eines Kalenders zu beschäftigen und schufen die Grundlage für die Erfassung der Zeit durch die Astronomie oder Himmelskunde.
3761 v.Chr.    Am 7. Oktober beginnt die Zählung des jüdischen Kalenders.

3114 v.Chr.   

Die Maya zählten die Zeit in Tagen seit Beginn ihrer Zeitrechnung, ihrem 4 Ahau 8 Cumku, was nach unserer Zeit dem 11. August 3114 v.Chr. entspricht. Eine verblüffende Feststellung machte Cotterell, als er den Mayakalender mit dem Rhythmus der Sonnenaktivität verglich. Die komplex ineinander verschachtelten Kalender der Mayas stimmen mit den ebenfalls verschachtelten Sonnenfleckenzyklen seit Jahrtausenden überein. Die Zeitrechnung war ein wesentliches Element der Wissenschaft der Maya. Mit Hilfe von Observatorien berechneten Priester den Umlauf der Gestirne, um den günstigsten Zeitpunkt für die Aussaat zu finden. Viele Gebäude sind astronomisch ausgerichtet. Das von den Maya berechnete Sonnenjahr stimmt bis auf drei Stellen nach dem Komma mit unseren heutigen Erkenntnissen überein. Die Maya nutzten für rituelle und zivile Zwecke verschiedene, einander ergänzende Kalender, die auf einer Tageszählung im Zwanzigersystem beruhen: den rituellen Tzolkin-Kalender, den zivilen Haab-Kalender und die Lange Zählung, mit der längere Zeiträume erfasst werden konnten, die für Himmelsbeobachtungen und historische Aufzeichnungen eine große Rolle spielten. Die Kombinationen von Tzolkin- und Haab-Daten wiederholen sich nach einer 52 Jahre dauernden Kalenderrunde.

2850 v.Chr.   

In Troja (heutige Türkei) wird bei Ausgrabungen in der ältesten Schicht ein in einen Urnendeckel eingemeißelter Sonne-Mond-Kalender entdeckt.

ca.2500 v.Chr.   

In einigen chinesischen Städten rufen Wächter auf Grundlage von Sonnenuhren die Zeit aus. Im alten China hatten Sonnenuhren vorrangig astrologische Funktionen. Die Zeitbestimmung war von zweitrangiger Bedeutung (wichtig war damals für die Menschen, ob es sich um eine "gute" oder "schlechte" Stunde handelte).

2100 v.Chr.   

Die Himmelsscheibe von Nebra (am 04.07.1999 durch Raubgräber gefunden) ist eine Metallplatte aus der Bronzezeit mit Goldapplikationen, die offenbar astronomische Phänomene und Symbole religiöser Themenkreise darstellt. Sie gilt als die weltweit älteste konkrete Himmelsdarstellung. Ihr Herstellungsdatum wird auf 2100 bis 1700 v. Chr. geschätzt.

2000 v.Chr.   

Das Sexagesimalsystem mit der Basiszahl 60 wird bei den Babyloniern verwendet, aus dem sich später das 12er-System (Duodezimalsystem) der Stundeneinteilung entwickelt. Die Sumerer verwenden einen Mondkalender.

1800 v.Chr.   

große Sonnensäulen (Obeliske) im alten Ägypten.

Mitte 1500 v.Chr.   

Im alten Ägypten Benutzung von einfachen tragbaren Sonnenuhren (Ellensonnenuhr), bei denen ein senkrechtes Brett als Schattenwerfer diente.

1400 v.Chr.   

In Ägypten werden neben Sonnen- auch die etwas ungenaueren Wasseruhren verwendet. Letztere hatten allerdings den Vorteil, dass sie tageslichtunabhängig waren. Die Redewendung "Die Zeit ist abgelaufen" lässt sich auf diese Form der Zeitbegrenzung zurückführen.

um 1300 v.Chr.   

Aus der Zeit des Königs Menephta (1322-1302 v.Chr.) wurde 1902 in Palästina eine Sonnenuhr mit senkrechten Anzeigenflächen gefunden. Es handelte sich um eine halbkreisförmige Elfenbeinplatte, deren Rückseite ein Götterschiff mit einer Anbetungsszene vor dem Mondgott Thot zeigt.

1200 v.Chr.   

die Babylonier teilten die Sonnenbahn in Tierkreisbilder ein.

1100 v.Chr.   

Allgemeine Verbreitung von Schattenstäben, welche auch zur astronomischen Messung dienten

Mitte 800 v.Chr.   

Im alten Testament (II Könige, XX, 8-11) wird die "Sonnenuhr des Achaz" oftmals zitiert.

776 v.Chr.   

Die Griechen beginnen am 8.Juli die Zählung der Kalenderjahre nach ihren alle vier Jahre stattfindenden olympischen Festen.

ca.640 v.Chr.   

Der Chaldäer (Region Babylon / Persicher Golf) Berosus bedient sich der Skaphe (antiker Typus einer Sonnenuhr)

ca.600 v.Chr.   

Der Schattenmesser des Königs Hiskija, von Christoph Schissler (1531-1608) in Augsburg 1578 als Refraktionssonnenuhr gedeutet (Vgl.Sachse, Horologium Achaz, Christopherus Schißler, Artifex, Philadelphia 1895)

ca.550 v.Chr.   

Anaximandros (611-ca.547 v.Chr.) stellt nach Suidas und Diogenes Laertius die erste "Sonnenuhr" in Griechenland auf.
293 v.Chr.    Papirius Cursor stellt die erste Sonnenuhr in Rom auf. Sie war für Catina auf Sizilien berechnet.
220 v.Chr.    Eratosthenes (276-195) beobachtet in Alexandria (Ägypten) mit großen Armillarsphären
ca.200 v.Chr.    Archimedes (287-212 v.Chr.) benützt zur Messung des Sonnendurchmessers einen Stab mit verschiebbarem Zylinder. Dieser "Stab des Archimedes" geht auf Aristoteles zurück und gibt die Anregung zum "Stab des Hipparchos", der sog.Regula Hipparchi.
164 v.Chr.    Q.Marcius Philippus läßt in Rom die erste für Rom berechnete Sonnenuhr neben der des Papirius Cursor aufstellen.
158 v.Chr.    wird in Rom die erste Wasseruhr aufgestellt, ein Geschenk des Scipio Nasica.
ca.140 v.Chr.    Im griechisch-römischen Einflussraum finden anologe und komplexe Berechnungsmechanism (Astrolabium) Anwendung: 1900 finden griechische Schwammtaucher zwischen dem Peloponnes und Kreta den Antikythera-Mechanismus, welcher einen Sonnenkalender (Tagesskala, Ägyptische Monatsskala), Babylonischen Tierkreiszeichenkalender, Planetarium, gebundenen Mondkalender (mit Korinthischen Monatsnamen), Finsterniskalender und Olympiade-Kalender (beschriftet mit den Orten für die alle 4 Jahre stattfindenden Panhellenischen Spiele) anzeigt.
ca.50 v.Chr.    Andronikos Kyrrestes erbaut in Athen (Griechenland) den "Turm der Winde", der aussen mehrere Sonnenuhren trägt und im Innern eine Wasseruhr enthielt.
100-150 n.Chr.    Claudius Ptolemäus in Alexandria (Ägypten) verbessert die Instrumente seiner Vorgänger, besonders des Hipparchos aus Nicäa, der um 160-125 v.Chr. In Alexandria lebte und u.a.das erste Astrolabium planisphaerium angegeben haben soll. Ptolemäus benützt ein Meteoroskopion, die später sog.Solstitial-Armille, einen großen Quadranten zu Sonnen- und Mondbeobachtungen, die später sog.Triquetrum oder die Regula Ptolemaica und ein schon sehr durchgebildetes "Astrolabon", das Astrolabium planisphaerium. Die meisten dieser Instrumente werden viel älteren Ursprunges sein und zum Teil noch in Aristoteles´Zeiten hinaufreichen. Die Clepsydra genügt Ptolemäus nicht, diese und den Gnomon setzt er als bekannt voraus.

750 n.Chr.   

In der Literatur werden erstmals Sanduhren erwähnt.
807    Karl der Große erhält aus Bagdad (Islamisches Reich zur Zeit des Kalifen al Mu'tasim; heute Irak) als Geschenk Harun-al-Raschids eine Wasseruhr mit beweglichen Figuren.
827    Die Syntaxis mathematica des Claudius Ptolemäus wird als "Almagest" ins Arabische übersetzt. "Von einem raschen Fortschritt innerhalb der tausend Jahre, die von Ptolemäus bis zum Höhepunkte der Kultur der Araber verflossen sind, kann jedenfalls nicht die Rede sein" (Repsold, Astronom.Meßwerkzeuge, S.11).
ca.845    Leo der Philosoph stellt für den byzantinischen Kaiser Theophilos ein großes Automatenwerk her.
949    Liutprand von Cremona sieht am Hofe Konstantins VII. in Byzanz ein großes Automatenwerk.
996    Gerbert von Aurillac, der spätere Papst Sylvester II. (gest. 1003), benutzt in Magdeburg das Horometer: "Gerbertus in Magadaburg oralogium fecit, illud recte constituens, considerata per fistulam quadam stella nautarum duce" (Thiethmar).

1066   

Su Sung, ein chinesischer Gelehrter und Mönch, beschrieb einen "neuen Entwurf für eine mechanische Armillarsphäre und einen Himmelsglobus“. Dahinter verbarg sich eine monumentale astronomische Wasseruhr, die "Himmlische Waage", welche neben ihrer Größe und Kunstfertigkeit vor allem durch ein herausragendes Merkmal bestach: sie besaß am Antriebsrad eine Hemmung und diese sollte im Abendland erst 200 Jahre später bekannt werden. Su Sung beschrieb seine Konstruktion 1090 in seinem Buch - eine in der Pekinger Nationalbibliothek aufbewahrte chinesische Handschrift. Im gleichen Jahr stellte er für die Hauptstadt des Sung-Reiches - Khai-Sung - eine astronomische Wasseruhr am Osttor der Stadt auf.
ca.1100    Geber (Gaber ben Aflah in Sevilla?) konstruiert sein "Instrumentum quo scitur diversitos aspectum". Vgl.Apian, Instrumentum primi mobilis, 1534. Es handelt sich um eine Art Torquetum.
1232    Kaiser Friedrich II. erhält vom Sultan aus Bagdad eine große Wasseruhr mit astronomischen Angaben.

1240   

Villard de Honnecourt beschreibt ein Objekt, das später als die Hemmung einer mechanischen Vorrichtung gedeutet wird.

1269   

Der Begriff Uhrmacher wird zum ersten Mal auf einer Bierrechnung für das Kloster Beaulieu erwähnt

1280   

erste Waag-Räderuhren in englischen Klöstern und Kathedralen
ca.1300    Zum ersten Male Räderuhren sicher nachweisbar (Dante, Paradiso). Räderuhren im eigentlichen Sinne sind nur solche, bei denen die bewegende Kraft von der regulierenden getrennt und die Verwendung von Flüssigkeiten als Regulator ausgeschlossen ist. Es sind keinerlei Beweise vorhanden, daß die Antike schon Räderuhren kannte, wenn Ihr auch die Anwendung verzahnter Räder geläufig war (Instrument von Antikythera (Andikythira) in Athen). Da die Antike nach Temporalstunden rechnete, ist es besonders unwahrscheinlich. Auch für die Araber sind Räderuhren nicht beweisbar. Die ersten Räderuhren sind mit Sicherheit erst um die Wende vom 13. zum 14.Jahrhundert nachweisbar und werden offenbar mit der allmählichen Einführung der Äquinoktialstunden häufiger. Ein unbeweisbares Gerücht bringt die Erfindung mit einem Geistlichen des hohen Mittelalters zusammen. Nach vielen Analogien ist deshalb die Möglichkeit nicht ganz abzuweisen, daß der Hellenismus schon Räderuhren gekannt habe, deren Kenntnis durch Vermittlung der Araber an das deutsche Mittelalter gelangt sei. Eine genaue Kenntnis der ersten mittelalterlichen Räderuhren haben wir nicht und können nur annehmen, daß die von den späteren erhaltenen Räderuhren nicht sehr verschieden waren.
ca.1300-1350    Die ersten Schlaguhren kommen in Italien auf, die Äquinoktialstunden schlagen und Räderuhren sind. 1336 die erste nachweisbar in Mailand. Vgl.Bilfinger, Horen, S.175 ff.
1350-1550    Eiserne Türmeruhren und Hausuhren, oft mit Schlagwerk und Wecker, die Werke offen zwischen vier gotisierenden Eckstrebepfeilern mit Fialen eingebaut, Standuhren für Gewichte, Foliot, Schloßscheibe. Der Typus erhält sich in vereinzelten Nachzüglern bis gegen 1650. Die meist aus Holz gearbeiteten Konsolen und die meist unverzierten Gewichte sind äußerst selten erhalten.
1344    Jacobo Dondi erbaut eine schlagende öffentliche Uhr in Padua.
1348    erhält London seine erste öffentliche Schlaguhr
1354    Die erste Straßburger Münsteruhr, die sog.Drei-Königs-Uhr. Nur noch der Hahn ist erhalten.
1356-1361    Das Nürnberger Männleinlaufen an der Frauenkirche.
1364    Augsburg erhält seine erste öffentliche Schlaguhr.
1370    Heinrich von Wyk erbaut in Paris für König Karl V. eine schlagende Turmuhr. Der Meister wohl aus Vic bei Château-Salins in Lothringen gebürtig.
vor 1382    Dder Jacquemart in Dijon, in Courtrai ist entstanden.
ca.1400    Erfindung der Federzuguhren. Standuhr Philipps des Guten von Burgund, zwischen 1429 und 1435 entstanden, in Wiener Privatbesitz erhalten. Spindelhemmung, Radunruhen, auch für das Schlagwerk, anstatt des Windfanges; Schnecken, früher auch drei Figürchen, die sich beim Schlagen bewegten. Kein Gehäuse, sondern Typus der Hausuhr von 1350-1550. Die Spindeln in Säulen, die Schnecken in Häuschen mit verschließbaren Fenstern, die Federhäuser im Sockel untergebracht.
1427    Heinrich Arnold erfindet die Uhrfeder.
ca.1450    Georg Purbach (1423-1461) konstruiert sein "Quadratum geometricum" oder "Gnomo geometricus".
ca.1470    Johannes Müller, gen.Regiomontanus (1436-1476), konstruiert nach Gebers Vorgang ein verbessertes Torquetum und unter Bernhard Walthers Bei hilfe Astrolabia planisphaeria nach arabischen Vorbildern.

1475   

Aus dem erhalten gebliebenen erst kürzlich wiederentdeckten Skizzenbuch des Augustinerpaters und Uhrmachers Paulus Almanus aus dieser Zeit geht hervor, dass bereits damals Federzugwerke und die Spindelhemmung bekannt waren. Auch die Schnecke, zunächst angetrieben durch eine Darmsaite, wird bereits bei Uhren mit Triebfeder verwendet, um die ungleichmäßige Kraftentwicklung der Feder zu kompensieren. Diese Erfindung wurde lange Zeit Jakob Zech aus Prag (1525) zugeschrieben.
1481    Das älteste nachweisbare monumentane Glockenspiel in Alost in Flandern.
1484    gebraucht Bernhard Walther in Nürnberg (1430-1504) zum ersten male Räderuhren zu astronomischen Beobachtungen. Die Uhren wurden offenbar nicht zu fortlaufenden Zeitangaben, sondern nur zur Messung bestimmter Zeitabschnitte benutzt.
ca.1494    Lionardo da Vinci gibt eine Pendeluhr mit Spindelgang an.
1497    Ambrosio dalle Ancore fertigt die beiden lebensgroßen bronzenen "Mohren" auf dem Uhrturme der Piazza di San Marco in Venedig. Das Werk dieser Schlaguhr 1499 von Giampaolo und Giancarlo Rainieri vollendet.
gegen 1511    Der Schlosser Peter Henlein (ca.1480 bis 1542) in Nürnberg stellt kleine tragbare Uhren her, die in Nürnberg Aufsehen erregen. Auch ein Selbstschlag werk war mit Ihnen verbunden. Bis jetzt konnte keine erhaltene Taschenuhr nachgewiesen werden, die früher als gegen Mitte des 16.Jahrhunderts entstanden ist. Henleins Uhren waren keinesfalls eiförmig, sondern wir haben sie uns dosenförmig zu denken, wohl mit Löffelunruhe und ohne alle Regulierungsvorrichtung außer der Schnecke. Eiförmige tragbare Uhren sind vor dem Ende des 16.Jahrhunderts nicht nachweisbar. Eine genaue Kenntnis der ersten Taschenuhr haben wir nicht und können nur annehmen, daß sie sich von den gleichzeitigen Standuhren mit Federzug nicht wesentlich unterschieden habe.
ca.1530    Peter Apian (1495-1552) verbessert mehrere der älteren Instrumente, benützt wieder Handquadranten, einen "Gevierten Quadranten", ähnlich Purbachs Quadratum geometricum, einem Maßstab, der ein Jakobsstab in vereinfachter Form ist, bereichert das Torquetum Regiomontanus´.  Er veröffentlicht alles prachtvoll ausgestatteten, meist Ingolstädter Drucken: Astronomicum Ceasareum 1540, Instrument Buch 1533, Introductio geographica 1533, Folium populi 1533, Cosmographica per Gemmam Frisium aucta, Köln 1574, Instrumentum sinuum, Nürnberg 1541 usw.
1530    Rainer Gemma Frisius in Löwen (1508-1555) macht als erster den Vorschlag, geographische Längenunterschiede durch Uhren zu bestimmen. Vgl.seine Schrift: De pricipiis astronomiae et cosmographiae. Auch hier sind wohl nur Instrumente in der Art der von Bernhard Walther benützten gemeint.
1530    Die Schnecke wird nun durch eine Kette statt Darmsaite angetrieben. Das Prinzip Schnecke / Kette wird sich später in präzisen Chronometern wiederfinden.
ca.1520- ca.1580    Tischuhren von hochzylindrischer Form. Weckerwerke gern in eigenem Gehäuse über dem Gehwerke angebracht. Gotische Tischuhren scheinen nicht erhalten. Eine Platine mit Federhaus und Schnecke, datiert 1509, im Bayrischen Nationalmuseum, ist rechteckig. Schon in der zweiten Hälfte des 16.Jahrhunderts sind nachweisbar Tischuhren, in Reisekoffern und Holzgehäusen verwahrt, als Reiseuhren verwendet worden.
1543    Kopernikus widerlegt durch sein Buch "De revolutionibus orbium coelestium libri VI" die geozentrische Lehre, direkt durch Aristarch von Samos angeregt. Er beobachtete mit einem selbstgefertigten hölzernen Triquetum, das mit Tintenstrichen eingeteilt war. Prowe, Nicolaus Coppernicus, Berlin 1883.
1550- a.1650    Blütezeit der Automatenuhren, mit denen Nürnberg, vor allem aber Augsburg, ganz Europa versorgen.
ca.1550    Die Hausuhren erhalten Gehäuse, die der künstlerischen Ausstattung vier gleichwertige Schauseiten bieten. Die Federzuguhren beginnen unter den Hausuhren allmählich die Gewichtsuhren zu verdrängen. Die Standuhr auf Konsole wird ungebräuchlicher, statt desen auch, wenngleich selten, Wanduhren mit Gewichten. Nur in Nordeuropa hält sich die Standuhr auf Konsole mit Gewichten durch das ganze 17.Jahrhundert. Wanduhren mit Federzug nur ganz vereinzelt, so daß die Renaissance auf Wanduhren am liebsten ganz verzichtet.
1553    Das Planetarium des Orontius Fineus für den Kardinal von Lothringen.
1555- ca.1585    Von Augsburg aus werden kleinere, flachere, vollkommen dosenförmige Typen der zylindrischen Tischuhr verbreitet, in der Form sehr dicken Medaillen gleichend, so daß sie als Hausuhren getragen werden konnten.
ca.1560    Landgraf Wilhelm IV. von Hessen (1532-1592) errichtet in Kassel die erste Sternwarte Mitteleuropas und beobachtet mit größeren Metallinstrumenten. Er beobachtet Sterne "nicht allein per distantiam inter se et altitudinem meridianam, sondern durch unser Minuten- und Sekunden-Ührlein, welches gar gewisse Stunden geben und a meridie in meridiem oftmals nicht eine Minute verirret".
nach 1560    Immer reichere Ausgestaltung der Tischuhr. Neben den ursprünglichen hochzylindrischen und den späteren mehr dosenförmigen fußlosen Gehäusen jetzt auch rechteckige Gehäuse mit Füßchen.
seit 1565    Allmähliche Trennung der Kleinuhrmacher von den Schlossern in Nürnberg, wo die Großuhrmacher bis 1699 freie Künsteler waren.
1570    Leonhard Digges erfindet den Theodolit.
1573    Der Minutenzeiger wird eingeführt (ältester Nachweis an einer astronomischen Renaissance-Tischuhr).
1574    Isaak und Josias Habrecht vollenden die zweite Straßburger Münsteruhr nach den Angaben des Konrad Dasypodius und des Magisters David Wolckenstein. Vgl.Dasypodius, Warhafftige Ausslegung des astronomischen Uhrwerks zu Straßburg, Straßburg 1578.
1576    König Friedrich II. von Dänemark gründet die Sternwarte auf der Insel Hveen. Dort beobachtet Tycho Brahe (1546 bis 1601) mit zum Teil neuartigen Instrumenten, die in seiner 1602 erschienenen "Astronomiae instauratae Mechanica" abgebildet und beschrieben sind. Bei den großen Instrumenten ist das Holz meist durch Messing und Eisen ersetzt. Quadrant, Sextant, Armillarsphären und das Instrumentum parallaticum sind besonders zu nennen. Das letzte dem Ptolemäischen Organon parallaktikon entsprechend. Tycho Brahe benützt bei seinen Beobachtungen vier Räderuhren, die Minuten und Sekunden zeigen und von denen immer mindestens zwei in Gebrauch sind. Die größte Uhr hat nur drei Räder, von denen das größte, aus Messingguß, fast 1m Durchmesser und 1200 Zähne hat.
1578-1587    Jost Bodecker erbaut eine Münsteruhr in Osnabrück und bringt an ihr statt des Foliots oder vielmehr neben dem Foliot ein Zentrifugalpendel als Regulator an.
1582    Der Gregorianische Kalender auf der Grundlage der Alfonsinischen Planetentafeln wird durch eine päpstliche Bulle verbindlich eingeführt. Die Kalenderverbesserung Gregors XIII: auf den 4.Oktober wurde gleich der 15.gezählt. Länge des Tropischen Jahres mit 365 Tagen 5h 49m 12s (um etwa 26s zu lang) angesetzt, gegen 365¼ Tagen der julianischen Berechnung. Vgl. auch die Einführung des neuen Kalenders in den verschiedenen Ländern zu verschiedener Zeit, 1587 Ungarn, 1752 England, 1753 Schweden. Die protestantischen Stände Deutschlands nehmen 18.Februar 1.April 1700 erst den sogenannten verbesserten Kalender, 1776 vollkommen den gregorianischen an unter dem Namen "Verbesserter Reichskalender".
1583    Galileo Galilei erkennt den Isochronismus der Pendelschwingungen bei ungleicher Größe der Ablenkung.
1587    Eine erste Uhr mit koaxialer Zeigeranordnung wird gebaut. Allerdings dient zunächst der lange Zeiger zur Anzeige der Stunden, die Minuten werden durch den kurzen Zeiger angezeigt.
1595    An Christoph Margraf wird ein Patent für eine Kugellaufuhr erteilt.
gegen 1600    Die Halsuhr hat die verschiedensten Formen angenommen. Die ovale Form war besonders beliebt. Knospen-, blüten-, tierförmige, Kreuz- und Totenkopfuhren. Das 17.Jahrhundert bildet in seiner ersten Hälfte neben dem dosenförmigen vor allem den ovalen Typus der Taschenuhr aus, der Barockstil vergrößert und vergöbert dann gern die Gehäuseform, so daß die Eigestalt entsteht, die lange Zeit irrtümlich für die früheste Form der tragbaren Uhren gehalten wurde.
seit 1600    werden die "singenden Uhrwerke" mit Orgel-, Glocken- und Stahlspielen häufiger.
ca.1609    Johann Lipperhey (1560 ca. bis 1619) erfindet das Fernrohr. Schon 1610 benützten Galilei, Kepler u.a. Fernrohre zu astronomischen Beobachtungen. Die astronomischen Meßinstrumente werden ganz allmählich durch diese Erfindung zum großen Teil umgestaltet.
gegen 1612    Jost Burgi stellt in Prag eine Pendeluhr her. Burgi verwendet auch eine weniger rückfallende Hemmung als den Spindelgang, einen eigenartigen Hakengang.
seit ca.1630    Entwicklung der Kastenuhr aus der Standuhr mit Gewichten auf Wandkonsole. Der Kasten anfangs häufig noch in der Mitte offen.
1631    Pierre Vernier (1580-1637) veröffentlicht die nach ihm benannte Hilfseinrichtung der Vernier-Teilung zu genauerer Ablesung an Teilungen: die Teilung wird nach einer dagegen beweglichen andern Teilung abgelesen.
1634    Von den Franzosen wird der Nullmeridian zunächst durch die Kanarische Insel Ferro gelegt. (Erst ab 1844 wird er durch Greenwich geführt.)
1638    Galilei veröffentlicht in seinem "Discorsi e dimostrazioni matematiche intorno a due nuove scienze" den größten Teil seiner Lehren über die Pendelbewegung.
1641    Galilei läßt durch Vincenzo Galilei und Viviani eine Zeichnung herstellen, auf der zumersten Male in bewußter Weise das Pendel als Regulator eines Uhrwerkes benutzt wird. Statt der Spindelhemmung ein freier Gang, ähnlich der späteren Chronometerhemmung. Obwohl diese Tatsachen durch die Arbeiten von Veladini 1854, Alberi 1856, Biot 1858 und Gerland 1884, einwandfrei festgestellt sind, treten Heckscher und v.Öttingen "Die Pendeluhr Horologium oscillatorium" von Christian Huygens, Leipzig 1913, wieder einseitig für Huygens ein.
ca.1646    Johann Hevel (1611-1687) benützt vorwiegend Quadranten, Sextanten und Oktanten mittlerer Größe aus Metall und läßt nur noch die großen Instrumente aus Holz herstellen. Torquetum, parallaktisches Lineal, Radius atronomicus und Armillarsphären benützt er kaum mehr. In seiner 1673 erschienenen "Machina coelestis" sind die Instrumente schön abgebildet und beschrieben. Aus demselben Buche ist zu ersehen, daß viele Räderuhren bei astronomischen Beobachtungen von Hevel benutzt wurden, aber noch nicht ausschließlich Pendeluhren, sondern diese sind noch in der Minderzahl gegenüber den Foliotuhren.
1649    Vincenzo Galilei führt mit Viviani und Domenico Ballestri Galileo Galileis Entwurf einer Pendeluhr aus. Der unvollendete Apparat geht nach Vincenzos Tod 1649 verloren.
gegen 1650    Die Eiform der Taschenuhren wird durch stärkeres Auswölben der Vorderseite und der Rückseite immer schärfer ausgebildet.
1656    Christian Huygens erfindet unabhängig von Galilei eine Pendeluhr, die er 1657 veröffentlicht. Spindelhemmung.
1658    Christian Huygens gibt eine Vorrichtung an, um den Schwerpunkt des Pendels eine Zykloide beschreiben zu lassen, um hierdurch vollkommen Isochronismus der Pendelschwingungen bei ungleicher Größe der Ablenkung zu erreichen. Literatur: Christiani Hugenii Zulichemii, Constantini filii, Horologium oscillatorium, sive de motu pendulorum as horologia adaptato demonstrationes geometricae, Paris 1673.
1658    Robert Hook gibt eine Hemmung mit zwei einlappigen Spindeln, gemeinsamem Steigrade und zwei Unruhen an.
1660    R.Hook versucht die Anbringung von Regulierfedern an tragbaren Uhren, kommt aber über eine gerade Feder nicht hinaus, die den Ersatz bildete für die schon früh verwendeten Schweinsborsten als Prellung für die Unruhe.
1664    Der Schweizer Gruet erfindet die Kette als Übertragungsglied zwischen Federhaus, Schnecke und Räderwerk der Taschenuhr.
1665    Daniel Johann Richard, gen.Bressel, wird in Sagne bei La Chaux-de-Fonds, der Begründer der Schweizer Uhrmacherei geboren.
1667    Erste nachweisbare Anfänge der Uhrmacherei im Schwarzwald.
1670    Erfindung der Anerhemmung.
1674    Christian Huygens lässt in Paris die erste mit Spiralfeder versehene Uhr herstellen.
1674    Abbé de Hautefeuille bringt eine lange gerade Borste, später eine Prellfeder anden Unruhen der Taschenuhren an, den Vorläufer der von Huygens im gleichen Jahre zum ersten Male angewandten Spiralfeder. Literatur: Abbé de Hautefeuille, Factum de M.l´Abbé de H., touchant les Pendules de Poche, contre M.Huygens, 1675.
1675    Huygens versucht eine Verbesserung des Spindelganges, indem er ihn zunächst auf die Welle eines Kronrades und erst durch dieses und durch Vermittlung eines Triebes auf den Gangregler wirken läßt. Robert Hook erfindet eine Hemmung mit zwei verzahnten Unruhen.
1676    Edward Barlow (1636-1716) erfindet die Repetieruhr.
ca.1676    Dr.Robert Hook erfindet den (rückfallenden) Hakengang. William Clement führt ihn 1680 in die Uhrmacherkunst ein.
1680    Der Engländer Clement konstruiert die Hakenhemmung. Außerdem ersetzt er die bis dahin gebräuchliche Pendelaufhängung an einem Faden durch eine dünne Stahlfeder, den Vorläufer der heutigen Pendelfeder. Der deutsche Uhrmacher Becher stellt erstmals eine sich durch den Luftdruckwechsel selbständig aufziehende Barometeruhr her. 1681 n. Chr. Daniel Jean Richard baut im Neuenburger Jura Taschenuhren. Daraus entwickelt sich in der Folgezeit die Schweizer Uhrenindustrie.
ca.1680-1690    Bei der durch die Anwendung des Pendels gesteigerten Genauigkeit der Uhren werden Minutenzeiger zur Regel, die früher nur selten angebracht wurden, dann übrigens fast immer auf einem eigenen Zifferblatte, während jetzt unsere heutige Anordnung mit Stunden- und Minutenrohr auf der Minutenradwelle üblich wird.
1680-ca.1700    Die Brüder Jean Pierre und Ami Haut (Huault, Huaud) von Châtellerault, die frühesten und besten Meister neben Jean Toutin von Châteaudun in der neu aufgekommenden Technik der Malerei auf Email.
um 1685    Die Projektionsuhr wird erfunden. Dabei wird die Zeit durch ein rotierendes, an die Wand projiziertes Zifferblatt angezeigt, ein dort hängendes Schwert dient als Zeiger (beschrieben im Optischen Lehrbuch von Johann Zahn, 1685).
1685-ca.1749    Friedr.Christ.Hirt, geb. in Durlach, gest. in Frankfurt, malt Landschaften mit Kirchtürmen, worin gehende und schlagende Uhren angebracht waren. Diese Bilderuhren in Deutschland besonders 1820-1850 häufig.
1686    Daniel Quare, London, siegt in einem Patentstreit mit Edward Booth und Thomas Thompion um die Erfindung der Repetitionsuhr.
1687    Der Genfer Falcio (London) schlägt durchbohrte Rubine als Zapfenlager vor, welche auch bald von englischen Uhrmachern angewandt werden.
1691    Clement baut die erste Pendeluhr mit Ankerhemmung.
1695    Thomas Tompion (1638-1713) erfindet den ruhenden Zylindergang, der von Graham 1720 verbessert wird. Vgl.Hillmann, "Der Zylindergang", Leipzig 1904. Weitere Verbesserungen durch Jodin, Berthoud, A.L.Breguet, Jürgensen, Tavan, Henry Robert.
1701    Martinots Planetarium.
1703    Das Planetarium des Huygens.
1704    Nicolas Fatio De Duiller und Pierre de Baufre (London) erhalten gemeinsam das englische Patent zur alleinigen Anfertigung von Lagern für Uhren aus Edelstein. Pierre de Baufre stellt den Zylinder der Zylinderuhr mit Sautroghemmung aus einem Diamanten her. Er schafft auch eine ruhende Hemmung, bei der sich auf der Unruhwelle zwei aufgesetzte Paletten befinden.
1700-1720    In Frankreich Standuhren auf hohem, pfeilerartigem Fußgestell beliebt, eine Form, die sich aus der Kastenuhr entwickelte. Daneben als neuer Typus die Religieuse.
1714    Die englische Regierung setzt einen Preis von 20.000 Pfund Sterling für den Verfertiger eines Schiffschronometers aus, der auf einer zu bestimmen den Seereise die Länge mit einem Fehler von nur ½-Grad oder 2 Minuten angäbe, 15.000 Pfund Sterling bei 2/3, 10.000 Pfund Sterling bei 1 Grad Differenz.
1714    Jeremy Thacker verwendet erstmals die Bezeichnung "Chronometer". Außerdem erfindet er das Gegengesperr, das das Stehenbleiben der Uhr beim Aufziehen verhindert.
gegen 1715    George Grahams Planetarium
ca.1715    George Graham (1673-1751) erfindet den ruhenden Ankergang.
1717    Le Bon in Paris gibt eine Pendeluhr an, die auf die Minute genau die Zeitgleichung am Mittag jeden Tages durch feste und bewegliche Zifferblätter an gibt. Julien Le Roy gibt eine andere Zeitgleichungsuhr an.
um 1720    Der englische Uhrmacher George Graham entwickelt aus der Hakenhemmung die nach ihm benannte Grahamhemmung.
1720-1760    In Frankreich Standuhren auf Wandkonsole, Pendules en cartel, gebräuchlich, aus denen sich gegen 1735 die Carteluhren entwickelten, die bis gegen Ende des 18.Jahrhunderts häufig bleiben.
gegen 1721    Henri Sulli in Paris verfertigt eine Längenuhr.
1721    Graham konstruiert das erste Quecksilberkompensationspendel.
gegen 1722    Camus verfertigt eine Uhr mit Gewichten, die in einem Aufzug ein Jahr geht.
1722    Abbé Hautefeuille (1647-1724) benützt zuerst den Ankergang für tragbare Uhren. Die Unruhewelle hat ein Trieb, das von einem mit dem Anker fest verbundenen Rechen hin und hergeführt wird (Rechenankergang).
1724    Jean Baptiste Dutertre (Paris, Frankreich) erfindet den Duplexgang, der gegen 1759 von Pierre Le Roy (1717-1785) ausgestaltet wurde.
1725    Graham verbessert die von Tompion erfundene Zylinderhemmung.
1725-1727    Die Brüder John und James Harrison bauen zwei Standuhren, die erstmalig mit der "Grashopper-Hemmung" versehen sind.
1726    Harrisons erstes Rostpendel, welches der Temperaturkompensation dient.
1726    George Graham veröffentlicht seine ersten Arbeiten über Kompensationspendel.
1730    Anton Ketterer aus Schönwald im Schwarzwald baut die erste Kuckucksuhr.
1741    Louis Amant, Paris, erfindet die Stiftanker- bzw. Scherenhemmung (auch Reibungs- oder Stiftnockenrad-Hemmung) für Turmuhren neu. Diese war allerdings bereits im 17. Jahrhundert von Galileo Galilei erfunden worden, wurde bei der Turmuhr des Palazzo Vecchio in Firenze angewandt und war nur in Vergessenheit geraten.
1751    J.A.Lepaute verbessert die Stiftankerhemmung und führt diese für Wand- und Stutzuhren allgemein ein. Der Franzose Le Plat baut in Paris eine Uhr, die durch Luftdruckänderungen aufgezogen wird.
1764    John Arnold fertigt die erste Uhr mit einem in Rubin ausgeführten Zylinder, eine in einen Ring eingebaute Repetitionsuhr für den König von England.
1769    Der englische Uhr- und Chronometermacher Thomas Mudge erfindet die Ankerhemmung für Kleinuhren.
1770    Abraham-Louis Perrelet stellt die erste „unaufhörliche“ Uhr vor (Vorläufer der modernen self-winding Uhr).
1775    John Arnold (links) mit seinem Sohn und seiner Ehefrau An John Arnold wird ein Patent erteilt für eine bimetallische Kompensations-Unruh mit zylindrischer "Spirale".
1780    Dem Schweizer Astronom Mallet gelingt es erstmals, die wahre Ortssonnenzeit zu berechnen, die 1780 mit Hilfe der Glocke von St. Pierre in Genf verkündet wird.
1782    An John Arnold wird ein Patent erteilt für die Chronometerhemmung mit Feder. Die Chronometerhemmung mit Wippe wurde bereits früher von ihm verwendet.
1783    Abraham Louis Breguet führt die Tonfeder bei Repetieruhren ein. Er versieht seine Uhren ab diesem Jahr mit der nach ihm benannten, charakteristischen Zeigerform.
1790    Abraham Louis Breguet erfindet die "parachute"-Stoßsicherung.
1795    Abraham Louis Breguet erfindet die nach ihm benannte "Breguet-Spirale", die ein gleichmäßiges "Atmen" bewirkt. Erst sehr viel später wird sich herausstellen, dass bei entsprechender Wahl der Ansteckpunkte die kompliziert herzustellende Breguet-Spirale eigentlich überflüssig ist.
um 1795    Gelegentlich werden in der obersten Gesellschaftsschicht Schmuckuhren am Armband getragen. Damit ist die Armbanduhr erfunden. Diese Erfindung wird gelegentlich auch Abraham Louis Breguet zugeschrieben, weil dieser 1810 eine Armbanduhr an die Königin von Neapel geliefert hat.
1801    Der begnadete Uhrmachermeister Abraham Louis Breguet erfindet das Tourbillon und meldet es am 14.04.1801 in Paris zum Patent an. Durch das Tourbillon werden alle Schwerpunktfehler des Schwingungssystems gegeneinander aufgehoben. Das gesamte Schwingungssystem Unruhe, Anker und Ankerrad sind in einem Drehgestell montiert, daß sich einmal in der Minute um das Sekundenrad dreht. Diese komplizierte Vorrichtung, die Lagedifferenzen einer tragbaren Uhr automatisch ausgleicht, gilt seitdem als eine der schwierigsten Komplikationen, die nur in besonders wertvollen Uhren Anwendung findet. Allerdings werden die Vorteile dieser Konstruktion durch ihre erhöhte Stoßempfindlichkeit / größere Massenträgheit wieder aufgezehrt.
1815    dem Mechaniker Karl Heinrich Klingert aus Breslau gelingt es die erste elektrische Uhr zu bauen.

Louis Moinet konstruiert und baut in Paris den 1.Chronographen "compteur de tierces" mit 216.000 Halbschwingungen (30 Hz).

1820    Abraham Louis Breguet vollendet die bis dahin komplizierteste tragbare Uhr. Den Auftrag dazu erhielt er bereits im Jahre 1783. Die Uhr mit dem Namen "Marie Antoinette" vereint in sich folgende Komplikationen:

Minutenrepetitions-Schlagwerk
Ewiger Kalender
Unabhängig anhaltbare Zentralsekunde
Äquationsanzeige
Automatischer Aufzug
Gangreserveanzeige
Thermometer

Die Uhr befindet sich heute im Mayer-Museum in Jerusalem. Nach anderer Quelle soll diese Uhr erst 1827, also 4 Jahre nach Breguets Tod, fertig gestellt worden sein.

um 1820    Bei Schwarzwälder Uhren wird ein Teil der hölzernen Räder gegen solche aus Messingguss ersetzt. Die Spindelhemmung mit kurzem Vorderpendel wird durch die Ankerhemmung mit langem Pendel ersetzt.
1820    In der Schweiz wird die Verwendung von Lochsteinen eingeführt, um die Lagerreibung zu verringern und dem Verschleiß vorzubeugen.
1839    Der Optiker Carl August von Steinheil aus München stellt eine Großuhr her, die Stromimpulse aus elektro-chemischen Batterien an Nebenuhrwerke gibt und diese damit fortschaltet.
1840    Sir Charles Wheatston (Paris) veröffentlicht eine Denkschrift über einen von ihm erfundenen Apparat, durch den man Uhren an verschiedenen Orten von einer Zentrale aus steuern kann.
1842    Adrien Phillippe entwickelt den ersten Kronenaufzug für Taschenuhren. Bis dahin wurden alle Taschenuhren per Schlüssel aufgezogen und die Uhrzeit wurde damit eingestellt.
1843    An Alexander Bain wird ein Patent erteilt für ein elektromagnetisch angetriebenes Pendel. Er gilt als der Erfinder der elektrisch angetriebenen Uhr.
1860    Der Franzose Phillips löst das Problem der Erzielung des Isochronismus auf wissenschaftlicher Grundlage.
1870    Der Pariser Uhrmacher Joseph Winnerl erfindet den Schleppzeigermechanismus ("Rattrapante").
1880    die mittlere Sonnenzeit in Greenwich wurde per Gesetz die offizielle Zeit in Großbritannien
1888    In England wird die Stoppuhr ohne laufende Zeitanzeige erfunden.
1889    Es entsteht der erste Präzisionszeitmesser von Siegmund Riefler, eine teilweise im Vakuum arbeitende Pendeluhr, mit einer Ganggenauigkeit von einer Zehntelsekunde pro Tag.
1901    Für eine Pendeluhr mit elektrodynamischem Antrieb wird das Patent erteilt. Sie enthält alle Elemente, die erst etwa 30 Jahre später zur Anwendung gelangen: Permanentmagnete, Spulen, Kontakte und Batterien.
1905    Armbanduhren kommen in Mode. In den USA werden die ersten Zeitzeichen per Funk ausgestrahlt.
1911    Am 1. Mai werden vom Eiffelturm in Paris die ersten europäischen Zeitzeichen über einen Sender ausgestrahlt, den Gustave Ferrie angefertigt hat. Der Nullmeridian wird endgültig auf Greenwich festgelegt (vorläufige Festlegung ab 1844).
1912    ETERNA (Schweiz) stellt einen ersten Armbandwecker her. Bereits 1894 gab es eine Konstruktionszeichnung eines Armbandweckers von Carl Otto Major.
1920    Der Uhrmacherlehrer Alfred Hellwig entwickelt das klassische Breguet-Tourbillon weiter zum "fliegenden Tourbillon", dessen Eigenheit der Verzicht der oberen Brücke zur Lagerung des Käfigs darstellt. Der Käfig wird ausschließlich auf der Unterseite gelagert.
1920-1930er    Die beiden US-amerikanischen Unternehmer und Uhrensammler James Packard und Henry Graves lieferten sich einen Wettstreit um die komplizierteste Taschenuhr der Welt.
1921    Quarzkristalle werden zur Frequenzstabilisierung von Röhrenoszillatoren verwendet. Damit ist die Grundlage zur Herstellung von Quarzuhren geschaffen. Der Rundfunk sendet das ONOGO-Zeitzeichen.
1922    Fachzeitschriften berichten von einer in England entwickelten Armbanduhr mit automatischem Aufzug.
1923    1923 baute John Harwood die erste Automatikuhr als Armbanduhr mit Pendelschwungmasse. Am 1. September 1924 erteilte ihm dazu das Eidgenössische Institut für Geistiges Eigentum in Bern das Patent mit der Nr. 10 65 83. Die Erkenntnisse von Abraham Louis Perrelet, der bereits im 18. Jahrhundert eine Automatikuhr mit Rotor und Wechsler, das später angewandte Prinzip, konstruierte, sind dem Konstrukteur Harwood nicht bekannt. In Zusammenarbeit mit der Firma Fortis wurden die Uhren 1926 in Serie hergestellt.
1925    PATEK PHILIPPE präsentiert die erste Armbanduhr mit Ewigem Kalendarium.
1927    ROLEX stellt die absolut wasserdichte Armbanduhr "Oyster" vor.

Waren Marrison und J. W. Horton bauten im Jahr 1927 an den Bell-Telefon-Labors in Kanada die erste Quarzuhr.

1932    ROLEX lässt den Automatikaufzug mit einseitig wirkendem Rotor patentieren. Perrelets Erfindung von ca. 1770, die zudem mit einem Wechsler für beidseitigen Aufzug ausgestattet war, war längst in Vergessenheit geraten.
1933    Die von Reinhard Straumann entwickelte autokompensierende NIVAROX-Spirale (aus einer speziellen Legierung) kommt in der Schweiz auf den Markt. Diese stellt eine weitere Verbesserung der ELINVAR-Spirale dar und ist erheblich besser als die allerdings noch längere Zeit übliche gewöhnliche Stahlspirale.
1938    Mitte der 1930er Jahre wurde die Quarzuhr von dem deutschen Unternehmen Rohde & Schwarz zur Serienreife entwickelt und im Jahre 1938 weltweit als erste tragbare Quarzuhr hergestellt.
1947    In der Schweiz wird von LEMANIA ein Prototyp eines Automatik-Chronographen gebaut. Zu einer Serienfertigung kommt es nicht.
1935    Die automatisch sprechende Telefonzeitansage wird in Deutschland eingeführt. Die Zeitwaage zur Messung des momentanen Ganges einer Uhr wird industriell hergestellt.
1954    Max Hetzel entwickelt eine transistorgesteuerte Stimmgabel-Armbanduhr.
1955    Die Cäsium-Atomuhr, die ab 1964 praktisch angewandt wird, wird in Großbritannien entwickelt.
1960    BULOVA (USA/Schweiz) bringt die Stimmgabel-Armbanduhr ACCUTRON auf den Markt.
1967   

Entwicklung von Quarzarmbanduhren in der Schweiz und in Japan. Als Oszilator wurde erst ein flächiger Quarz, später ein stimmgabelförmiger Quarz benutzt. Es handelt sich um einen reinen synthetisch hergestellten Quarz mit einer Frequenz von 32.768 Schwingungen in der Sekunde.

Die Atomuhr in Mainflingen nahe Frankfurt a.M., die der PTB Braunschweig untersteht, mit dem Zeitzeichensender DCF77 auf Langwelle (77 kHz) mit einer ungefähren Reichweite von 2000 km als Zeitnormal wird in Betrieb genommen. Der Sender sendet in regelmäßigen Abständen Funksignale mit kodierten Zeitinformationen, welche alle erreichbaren Funkuhren Mitteleuropas synchronisieren. Eine Sekunde ist seit der Definition von 1967 - 9192631770 Schwingungen des Cäsiums-Atoms lang.

1968    Schweiz, ETA: Einführung der ersten automatischen Herrenarmbanduhr mit Datum, Wochentag und Schnellkorrektur für beide Anzeigen.
1969    Armbandchronographen mit automatischem Aufzug kommen auf den Markt. Der erste wird von ZENITH herausgebracht, kurz darauf folgt ein Modulchronograph eines Schweizer Firmenkonsortiums (BREITLING, HEUER, BÜREN und DUBOIS-DÉPRAZ) sowie ein japanischer Automatik-Chronograph von SEIKO.
1972    Das Schweizer Unternehmen LONGINES entwickelte 1972 den Prototypen einer Digitaluhr, „Clepsydre“ genannt, die mit einer Flüssigkristall-Elementen-Anzeige (LCD) ausgestattet war. Diese Uhr verbrauchte bis zu 30.000 Mal weniger Strom als die LED-Uhren und hatte durch die Verwendung einer Quecksilberbatterie eine Funktionsdauer von mehr als einem Jahr.
1977    Der Engländer Dr.George Daniels erfindet die besonders reibungsarme Koaxialhemmung. Zu diesem Zeitpunkt hat niemand ein Interesse an einer Verbesserung der mechanischen Uhr, daher kommt es nicht zu einer Serienproduktion. Daniels baut die neuartige Hemmung in seine eigenen, in Kleinstserie produzierten Uhren ein. 1999 griff OMEGA auf die Vorteile dieser Hemmung zurück und verbaute COSC-zertifizierte Uhrwerke mit Koaxialhemmung.
Mitte der 1980er    Während der Mechanik-Renaissance löst ULYSSE NARDIN durch seine komplizierten astronomischen Armbanduhren einen Wettstreit unter den Herstellern aus.
1986    Die Wiederentdeckung des Tourbillons: Ende der 1980er Jahre vereinzelt, zu Beginn der 1990er Jahre serienmässige Herstellung von Armbanduhren-Tourbillons.
1989    JUNGHANS bringt die erste funkgesteuerte Armbanduhr auf den Markt.

PATEK PHILIPPE präsentiert mit seiner "Supercomplication" (Kaliber 89) die bis zu diesem Zeitpunkt komplizierteste Taschenuhr der Welt: 1728 Einzelteile, 33 Komplikationen und 9 Jahre Entwicklungszeit.
1995    Nahezu alle namhaften Hersteller von Armbanduhren boten Tourbillons an.
1999    Nicolas Déhon entwickelt zusammen mit ROLEX einen Silizium-Prototypen für eine Hemmung der konstanten Kraft ("remontoire d’égalitée") - dem Constant Escapement, welcher in 2008 von GIRARD-PERREGAUX übernommen und zur Vollendung in 2013 weiterentwickelt wurde.
2001    Auf der Baseler Uhrenmesse wird von ULYSSE NARDIN eine Armbanduhr vorgestellt, die neben anderen hervorstechenden Eigenschaften eine von Dr. Ludwig Oechslin neu entwickelte ankerlose Hemmung besitzt. Bei der "Dual Direct - Hemmung" übertragen zwei aus reinem Silizium gefertigte Räder abwechselnd die Energie auf die Unruh.
2004    Der Tourbillon-Boom erreicht seinen Höhepunkt: JAEGER-LeCOULTRE präsentiert das "Gyrotourbillon". GREUBEL FORSEY stellt ein mit zwei 30° zueinander versetzten Käfigen ein Doppeltourbillon vor. THOMAS PRESCHER sowie GÜBELIN durch Richard Daners und Marion Müller legen jeweils mit einem "Triple-Achs-Tourbillon" die höchste Latte auf.
2006    FRANCK MUELLER stellt mit seiner "Aeternitas Mega 4" die komplizierteste Armbanduhr der Welt vor: 36 Komplikationen (davon 25 sichtbar) mit 1483 Einzelteilen und einer Entwicklungszeit von 5 Jahren.
Die Avantgarde-Ära der Uhren nimmt langsam Fahrt auf: neue Ideen zur Zeitinterpretation pushen das klassische Design der Uhren. Das Design zeigt immer mehr interessante Kreationen der Mechanik.
2008    GREUBEL FORSEY präsentiert das "Quadruple Tourbillon à différentiel", welches mittels eines sphärischen Differentials vier Tourbillongestelle miteinander verbindet.
2011    TAG HEUER revolutioniert mit 1.000 Hz, d.h. 7.200.000 Halbschwingungen pro Stunde die über drei Jahrhunderte etablierte Tradition des mechanischen Uhrwerks (1675 von Christiaan Huygens erfundenen Prinzip) mit Unruh-Spiralfeder-System und ersetzt diese durch eine völlig neue Mechanik, einem Starter-Nabenbremsen-System, das von einem Säulenrad gesteuert wird. Labortests gingen sogar bis auf 3.000 Hz.
2013    BLANCPAIN präsentiert auf der BASELWORLD als erster Hersteller eine Armbanduhr mit einem Tourbillon sowie einem Karussell in Kombination.
2015    VACHERON CONSTANTIN präsentiert das bis dato komplizierteste mechanische Uhrwerk der Welt: die "Ref.57260" (Kaliber 3750) öffnet mit 57 Komplikationen - mit Hilfe der Computer-Technologie, neue Dimensionen des Machbaren!
... ...